Ratgeber

Stromtarife lesen: Grundpreis, Arbeitspreis und Jahreskosten

Zwei Tarife mit ähnlichem Preis pro Kilowattstunde können sehr unterschiedlich teuer sein. Entscheidend ist, wie Grundpreis und Arbeitspreis zu Ihrem Verbrauch passen. Mit einer einfachen Rechnung finden Sie heraus, welcher Tarif für Sie wirklich günstiger ist.

Stand Oktober 20262 Min. Lesezeit
Paar rechnet am Küchentisch mit Laptop, Taschenrechner und Unterlagen

Grundpreis und Arbeitspreis

Grundpreis: ein fester Betrag pro Monat oder Jahr. Er fällt an, egal wie viel Strom Sie verbrauchen.

Arbeitspreis: der Preis für jede verbrauchte Kilowattstunde, meist in Cent pro kWh angegeben.

Achten Sie darauf, ob die Preise mit oder ohne Mehrwertsteuer angegeben sind. Für Privatkunden zählen die Bruttopreise.

Die Jahreskosten selbst berechnen

Die Formel ist einfach: Grundpreis pro Monat mal 12 plus Arbeitspreis mal Jahresverbrauch.

Ein Beispiel mit ausgedachten Werten für einen Verbrauch von 2.500 kWh:

Tarif Grundpreis Arbeitspreis Jahreskosten
Tarif A 15 € pro Monat 30 Cent/kWh 180 € + 750 € = 930 €
Tarif B 8 € pro Monat 33 Cent/kWh 96 € + 825 € = 921 €

Bei diesem Verbrauch ist Tarif B etwas günstiger, obwohl er den höheren Arbeitspreis hat. Bei höherem Verbrauch würde sich das umkehren. Deshalb gilt: Immer mit dem eigenen Jahresverbrauch rechnen. Ihren Verbrauch finden Sie auf der Jahresabrechnung, Durchschnittswerte auf der Seite Stromverbrauch.

Bonus nicht mitrechnen

Viele Tarife werben mit einem Neukundenbonus. Er wird oft nur einmal gezahlt, und häufig erst nach einem Jahr Belieferung. Die Verbraucherzentralen raten, den Bonus beim Vergleich nicht in den Preis einzurechnen. Was es bei Bonus, Laufzeit und Preisgarantie noch zu beachten gibt, steht auf der Seite Bonus, Laufzeit, Preisgarantie.

Festpreis oder dynamischer Tarif

Bei einem klassischen Tarif zahlen Sie für jede Kilowattstunde denselben Preis. Bei einem dynamischen Tarif ändert sich der Preis mit dem Börsenstrompreis, oft stündlich. Seit dem 1. Januar 2025 müssen laut Energiewirtschaftsgesetz alle Stromlieferanten einen dynamischen Tarif anbieten, und zwar Kunden mit einem intelligenten Messsystem.

Ein dynamischer Tarif kann sich lohnen, wenn Sie große Verbraucher wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe gezielt zu günstigen Zeiten laufen lassen. Für einen normalen Haushalt raten die Verbraucherzentralen beim Vergleich, nur Festpreistarife anzeigen zu lassen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grundpreis und Arbeitspreis?

Der Grundpreis ist ein fester Betrag unabhängig vom Verbrauch, der Arbeitspreis wird für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet.

Wie berechne ich meine Stromkosten im Jahr?

Grundpreis pro Monat mal 12 plus Arbeitspreis mal Jahresverbrauch in Kilowattstunden.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Vor allem für Haushalte mit großen, zeitlich steuerbaren Verbrauchern wie Elektroauto oder Wärmepumpe. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem.

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